Weihnachtsoratorium, Teil zwei: In der Neustädter Kirche lauscht das Publikum (vorn, von links) Jochen Faulhammer und Sopran Annabelle Hund.
Foto: Perels

Klänge erfüllen die Kirche

Zweiter Teil von Bachs Weihnachtsoratorium wird in Eschwege aufgeführt
Von Selina Kaiser

ESCHWEGE. Schon in der Vorweihnachtszeit überzeugten die Musiker des Kammerchores der Kantorei Eschwege unter der Leitung von Susanne Voß mit dem ersten Teil von Bachs Weihnachtsoratorium. Am vergangenen Sonntag wurde dann der zweite Teil präsentiert. Damit markierte das Konzert einen musikalischen Höhepunkt der Saison, denn dass beide Teile des Oratoriums in einer Saison aufgeführt werden kommt sehr selten vor. Generell handelt es sich bei Bachs zweitem Teil im Vergleich zum ersten Part um das unbekanntere der beiden Oratorien. Daher war das Konzert in der Neustädter Kirche in Eschwege am Sonntag erst recht etwas Besonderes.

Frohe Botschaft verkündet

In der gut angenommenen Einführung „Das unbekannte Oratorium” Von Ulrike Arnold konnte das Publikum zu Beginn mehr über die Geschichte und den Aufbau der Teile vier bis sechs erfahren. Das zweite Oratorium begann dort, wo das erste endete: Die Hirten machten sich nach dem Besuch des Jesuskindes an der Krippe zur Verkündigung der frohen Botschaft auf. Teil zwei des Oratoriums begann mit der Namensgebung Jesu und zeichnete dann die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland bei Herodes und deren Ankunft an der Krippe nach.

Der Kammerchor präsentierte das Werk begleitet durch das Barockorchester L’Arco Hannover, welches ausschließlich auf historischen Instrumenten spielte und somit einen leiseren, aber direkteren Klang erzeugte. Insbesondere die barocken Oboen, Hörner und vor allem die Trompeten im sechsten Teil begeisterten das Publikum. Die Solisten Anbelle Hund (Sopran), Gerald Thompson (Alt), Andre Khamasmie (Tenor) und Jochen Faulhammer (Bass) stellten die Rezitative und Arien gelungen ünd emotional bewegend dar. Abgerundet wurde das Werk durch den sicheren und stimmgewaltigen Chor, welcher, um einen ausgeglichenen Klang zu erzeugen, gemischt aufgestellt war und diese schwierige und präzise Aufgabe sehr gut meisterte.

Die grandiose Gesamtleistung der Musiker wurde von den zahlreichen Zuhörern, die während des Konzertes gebannt und bewegt gelauscht hatten, mit langem Applaus und stehenden Ovationen gewürdigt.

(Quelle: Werra Rundschau vom 23.1.2018, Eschwege)

Klänge erfüllen die Kirche

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